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Fotos: Cib, InfoSchlumpf, Hollain,
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Bonjour Tristesse
Absturz in Raten setzt sich fort.
Nach Lizenzschock und Delbrück-Pleite folgt gegen biedere Ahlener die nächste
Enttäuschung. Der Wille ist da, aber es fehlen Ideen, Kreativität und
Entschlossenheit.
Bonjour Tristesse, willkommen in der Trostlosigkeit. Wo noch vor Wochen die
Euphorie zuhause war, herrschte gestern Totengräberstimmung. Ganze 261 zahlende
Zuschauer bildeten am Schloss Strünkede die stumme und frierende Kulisse für
einen Kick, der unter Oberliga-Fußball firmierte, mit gehobener Ballkunst aber
herzlich wenig zu tun hatte. Reiner Etikettenschwindel.
Nach 90 trostlosen Minuten stimmte aus Herner Sicht nicht einmal das Ergebnis.
Mit 0:2 ging die Partie verloren gegen einen Abstiegskandidaten, der außer
Einsatz wenig zu bieten hatte. Symptomatisch das Nachspiel, das sich
Pressekonferenz nennt. Lädiert wie sein ganzer Verein, humpelte RW-Trainer
Manfred Kessel auf zwei Krücken in den rauchgeschwängerten Raum, um die Zuhörer
mit überspannten Erwartungen an deren Kenntnis der Ahlener Interna zu
überraschen. "Wie Sie ja wissen, haben wir nur einen siebenköpfigen Kader", hob
er an. Und erntete fragende Blicke. Wie, was? Muss man das wissen?
Muss man nicht. Den Ahlener Auftritt können Hernes Fußballfans auch schnell
wieder vergessen, genauso wie das untaugliche Bemühen der eigenen Mannschaft.
Über 90 Minuten gesehen war das nichts, gar nichts. "Wir hätten bis morgen früh
spielen können, ohne ein Tor zu machen", sprach Frank Schulz Klartext. Und nahm
das kollektive Versagen auf seine eigene Kappe. "Ich bin derjenige, der die
Einstellung rüberbringen muss. Aber da war nichts."
Dabei hatte der Coach nach einer guten Trainingswoche völlig anderes erwartet.
"Ich habe damit gerechnet, dass wir heute ein Feuerwerk abbrennen", gab er zu.
In den Anfangsminuten schien es auch, als wollten die Spieler diese Erwartungen
in die Tat umsetzen. Gleich dreimal tauchte der stark beginnende Sami El-Nounou
gefährlich in Tornähe auf, brachte den Ball aber nicht im Kasten unter.
So fehlte die Initialzündung, und das Feuerwerk geriet zum Rohrkrepierer. Die
Gastgeber waren zwar drückend überlegen, doch für klare Aktionen fehlte es an
Ideen und Kreativität. Stattdessen rannten sich die Herner immer wieder fest
oder spielten den Ball gleich dem Gegner in die Füße.
Der konnte damit aber wenig anfangen. Erst als die Herner Geschenke noch
großzügiger ausfielen, konnten die Rot-Weißen nicht mehr ablehnen. Zum Beispiel
in der 37. Minute. Da rammten sich Michael Baum und Norman Seidel im Luftkampf
gegenseitig um, Bamba hatte freie Bahn und wurde vom herausstürzenden Olli Bautz
am Fuß erwischt. Den Elfmeter versenkte der Stürmer aus dem Regionalligakader
selbst zum 0:1.
In der zweiten Hälfte rannte der SCW ziemlich blind gegen die drohende
Niederlage an, wurde dabei immer offener für Konter. Dennoch hätte das 0:2 nie
fallen dürfen. Doch Baum säbelte zunächst über den Ball, um dann tatenlos
zuzusehen, wie Korosi den von Bautz glänzend abgewehrten Schuss im zweiten
Versuch unterbrachte. Der Rest war eine einzige Qual, erst der Schlusspfiff
brachte Erlösung.
SC Westfalia Herne -
RW Ahlen II 0:2
Tore: 0:1 (37.)
Bamba (Foulelfmeter), 0:2 (69.) Korosi.
SCW: Bautz - Neumann (73. Urbainski) - Baum, Seidel - Barton, Gebauer (56.
Urban), Köse (70. Behrend), Tahiri, Makarchuk - El-Nounou, Erzen.
Ahlen II: Tapu - Bruniker, Eckelt, Warnow, Bäumer - Stutter, Colak - Venker (67.
Gründler), Basdas (88. Bulut) - Bamba (46. Korosi), Teleuga.
SR: Thorsten Jorend.
Zuschauer: 261.
18.03.2007 Von Wolfgang Volmer |
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