17. Februar 2008

SCW - TSG Sprockhövel  2:0 (1:0)

 



















Fotos: Cib, InfoSchlumpf, Süderjungs93                                                                                      Fenster schließen

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Kunstschütze ohne Glück

Allein Andre´Badur hätte das Spiel für den SC Westfalia entscheiden können. Gäste aus Delbrück bleiben ohne klare Torchance, entführen aber dennoch einen Punkt vom Schloss Strünkede.

Vier, fünf dicke Chancen herausgearbeitet, keine einzige zugelassen – und das gegen eine der auswärtsstärksten Mannschaften der Liga. Westfalias spärlich gewordene Fanschar hatte keinen Grund, mit ihren Jungs zu hadern. Auch wenn Aufwand und Ertrag gestern in einem krassen Missverhältnis standen. Immerhin ist Herne damit seit zehn Spielen ungeschlagen. „Da muss man auch mal mit einem 0:0 zufrieden sein”, putzte sich auch Trainer Frank Schulz den Mund ab.

Sicher, es gab eine Phase nach der Pause, als die Partie zu einer Fehlpassorgie auszuarten drohte und das zähe Ringen im Matsch eher aussah wie Schlammcatchen. Über weite Strecken aber holte der SCW alles raus, was auf diesem tiefen Acker möglich war. Vor allem die Abwehr stand wieder einmal felsenfest. Norman Seidel war stets einen Schritt schneller und im Zweikampf geschickter als Delbrücks Torjäger Raffaele Wiebusch, den er fast ohne Fouls völlig abmeldete. So kamen die Gäste auch kaum zu den gefürchteten Standardsituationen, und die Garde ihrer Zweimeter-Recken konnte wenig Angst und Schrecken verbreiten.

Deutlich lebhafter ging es auf der anderen Seite zu. Denn ab und an gelangen den Hernern richtig schöne Angriffszüge, meist inszeniert vom unberechenbaren Andre´ Badur. Und dann brannte es vor dem Delbrücker Gehäuse. Badur selbst hatte die erste Möglichkeit auf dem Fuß, allerdings auf dem falschen. Mit rechts verzog er freistehend aus 22 Metern (13.). Die nächste, viel bessere Chance bot sich Edin Terzic, der nach einem Querschläger im Sechzehner frei zum Schuss kam, aber nur Ansgar Kuhns Rücken traf (25.). Wenig später strich Badurs Freistoß knapp am leeren Eck vorbei. Den nächsten Freistoß zirkelte der Linksfuß auf Michael Baums Stirn, doch dessen Kopfball war zu unplatziert, um Marco Kirchhoff in Bedrängnis zu bringen. An Terzics artistischen Fallrückzieher wäre der DSC-Keeper nie herangekommen, doch auch hier fehlten ein paar Zentimeter zum Herner Glück.

So retteten sich die Gäste einem schmeichelhaften 0:0 in die Pause, und auch danach mussten sie ihr Glück mehrfach strapazieren. Nach Sven Bartons Querpass ließ abermals Badur seine feine Technik aufblitzen. Mit der Fußspitze war er vor Welker am Ball, lupfte ihn an, um dann volley aus halblinker Position abzuziehen. „Den hatte ich schon drin gesehen”, raufte sich Frank Schulz seine wenigen Haare, als die Kugel haarscharf das lange Eck verfehlte.

Vermutlich ahnte Hernes Trainer spätestens da, dass an diesem Tag das Runde nicht ins Eckige wollte. Den Beweis lieferte die 89. Minute. Da traf Kunstschütze Badur mit seinem Freistoß die Unterkante der Latte, und Baum mimte den van Buyten. Aus zwei Metern brachte Hernes Abwehrhüne den Abpraller per Kopf nicht ins Netz. Das ist Fußball.


SC Westfalia Herne - Delbrücker SC 0:0

SCW: Bautz - Mustroph - Barton, Seidel, Baum, Kluy - Gebauer, Tahiri - Behrend (75. Salli), Badur - Terzic (85. Kleine).

DSC: Kirchhoff - Schröder, Capretti, Hansjürgen, Kuhn (61. Plucinski) - Berhorst, Welker, Riemer (78. Dreks), Basdas (71. Erdogmus), Yildiz - Wiebusch.

SR: Markus Schüller (M'gladbach).

Zuschauer: 400.

Von Wolfgang Volmer



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