30. März 2008

SCW - FC Schalke 04 II 3:1 (2:0)
 
 























































Fotos: Cib, InfoSchlumpf                                                                                                               Fenster schließen

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Ein Triumph Herner Leidenschaft

Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein degradierte eine geschlossen starke Westfalia die Schalker Jungspunde zu Fußball-Lehrlingen und fertigte den Tabellenführer verdient mit 3:1 ab.

Wer den Fußball liebt, muss in diese Herner Mannschaft vernarrt sein. An ihrer Leidenschaft, ihrer Hingabe, ihrer Kampfkraft und ihrem Teamgeist können sich selbst Profis ein Beispiel nehmen. Einige, die das bald werden wollen, standen gestern staunend Spalier. Die jungen Schalker, als Spitzenreiter angereist, wirkten gegen diese zu allem entschlossenen Männer wie zaghafte Lehrlinge und durften sich über eine klare Schlappe nicht beschweren. Ein wunderschönes Fußballfest fand einen hochverdienten Sieger.

Aus Herner Sicht passte einfach alles. Rund 4000 Fans bildeten eine fröhlich feiernde, stimmungsvolle Kulisse. Die blau-weißen „Ultras”, fast ein Synonym für echte, friedliche Fankultur, machten die Musik auf den Rängen, auf dem Rasen aber tanzten nur die Herner. Von Beginn an gingen sie gallig in die Zweikämpfe und machten oft zu Zweit Druck auf den ballführenden Gegner. Verdattert erlaubten sich die Büskens-Knaben Fehler über Fehler. Und die wurden rigoros bestraft.

Zum ersten Mal in Minute sechs. Osman Köse patzte im eigenen Strafraum, Dominik Behrend ging energisch dazwischen, bediente Andre' Badur, der vernaschte auf engem Raum einen Gegenspieler und beförderte die Kugel schlitzohrig mit der „Pieke” ins lange Eck. Auch beim 2:0 hatte Westfalias Edeltechniker seinen linken Zauberfuß im Spiel. Badur bedankte sich für die Vorarbeit zum 1:0 mit einem gezirkelten Freistoß auf Behrend, und dessen Kopfball rutschte Keeper Fährmann durch die Beine.

Damit war dem Spitzenreiter fast schon der Zahn gezogen. Das Herner Abwehrbollwerk, beginnend bei der einzigen Spitze Edin Terzic, rückte nun noch enger zusammen und wurde zu einer uneinnehmbaren Festung. Hilflos suchten die Schalker nach Anspielstationen in Tornähe, nie waren sie in der Lage, richtig Tempo aufzunehmen. Und wenn sie sich dann verzettelten und den Ball verloren, ging die Westfalia-Post ab.

Noch vor der Pause hätten Sven Barton und Edin Terzic erhöhen können, zudem blieben zwei elfmeterverdächtige Situationen im Schalker Sechzehner ungesühnt. Die Gäste kamen nur zu einer mageren Möglichkeit, als der nach einer halben Stunde vom Abwehr- ins Sturmzentrum gerückte Alexander Thamm freistehend aus zehn Metern über den Querbalken köpfte.

Nach Wiederbeginn änderte sich wenig. Herne ließ sich zwar jetzt sehr weit zurückdrängen und konnte eine halbe Stunde lang kaum noch Entlastungsangriffe starten, doch die Schalker schlugen aus ihrer optischen Überlegenheit kein Kapital. Dribblings, Doppelpässe oder andere Überraschungsmomente, mit denen sie die von Mirko Mustroph perfekt organisierte SCW-Deckung hätten aushebeln können, hatten die Jungknappen nicht im Repertoire.

So verstrichen die Minuten, selbst die Ultras wurden langsam leiser und überließen dem Herner Anhang die akustische Stadionhoheit. Fertigmachen zum Jubeln hieß es dann in der 78. Minute. Raczka hatte fast an der Eckfahne über den Ball gesenst, Terzic schnappte sich die Kugel, startete ein beherztes Solo und traf aus zehn Metern mitten hinein in Glück. Dass Damian Raczka in der Nachspielzeit mit einem „Wembley-Tor” den Schlusspunkt unter dieses Fußballfest setzte, hatten Frank Schulz und seine „geile Truppe” beim anschließenden Freudentanz im Tollhaus Strünkede schon vergessen.

SC Westfalia Herne - FC Schalke 04 II 3:1 (2:0)

Tore: 1:0 (6.) Badur, 2:0 (20.) Behrend, 3:0 (78.) Terzic, 3:1 (90.+2) Raczka.

SCW: Bautz - Mustroph - Seidel, Baum - Barton, Gebauer, Gidaszewski, Kluy - Behrend (82. Freyni), Badur (89. Salli) - Terzic (87. Oerterer).

S 04: Fährmann - Landgraf, Thamm, Köse, A. Kilian - Gurzynski, Kühn, Kisyna (46. T. Kilian), Lorenz (55. Fiore) - Risser (32. Raczka), Pisano.

SR: Marcel Pilgrim (Bocholt).

Zuschauer: 4004

Von Wolfgang Volmer


Quelle: WAZ Herne



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