20. April 2008
Preußen Münster - SCW 1:1(0:1)
Fotos: Cib, InfoSchlumpf, BlankOlaf, J. Weichelt Fenster schließen Das Copyright für sämtliche Fotos in der Galerie bleibt, wie in den Haftungshinweisen beschrieben, allein bei den Autoren. Bautz' Patzer kostet den verdienten SiegIn der Nachspielzeit schießt Hernes Keeper Preußen-Stürmer Scherping an, und von dem prallt der Ball zum 1:1 ins Tor. Westfalia nutzt durch Dominik Behrend nur eine von sechs Großchancen. Bittere Momente gehören zum Leben jedes Sportlers. Gestern durchlitt Oliver Bautz schlimme Minuten. „Erde, tu dich auf”, sprach aus seinem Gesicht voller Fassungslosigkeit, als er mit leerem Blick in seinem Sechzehner stand. Immer mal wieder kam ein Mitspieler vorbei, ein Gegenspieler, ein Zuschauer, tätschelte ihm tröstend die Schulter. Doch Hernes Keeper schien das alles nicht wahrzunehmen. Vor seinem Auge lief immer nur diese Szene ab, diese letzte Szene, als Mirko Mustrophs Rückpass vor ihm auftickte, er den Ball mit dem Schienbein traf, den fünf Meter entfernten Timo Scherping anschoss und dann mit ansehen musste, wie die Kugel ins verwaiste Herner Tor prallte. Zwei hoch verdiente, sicher geglaubte Punkte waren futsch. Schlimm für „Olli”, schlimm für die Westfalia. „Unglücklicher kann man Punkte nicht verlieren”, war auch Trainer Frank Schulz gefrustet. Sein Gegenüber konnte das sehr gut nachvollziehen. „Sicher war es ein kurioses Tor und für uns ein glücklicher Punkt. Aber wir müssen uns nicht dafür entschuldigen und nehmen ihn gerne mit”, atmete Roger Schmidt tief durch. Dass die Gäste den deutlich besseren Fußball spielten, dass sie, gemessen an den Chancen, mit zwei, drei Toren Unterschied hätten gewinnen müssen, das hatten alle im Preußen-Stadion gesehen. „Herne war klar besser. Die können einem Leid tun”: Mit dieser Meinung stand ein Preußen-Fan nicht allein. Von den Herner „Amateuren” war man angetan, von der eigenen Truppe, die unter Profibedingungen arbeitet und zweimal täglich trainiert, regelrecht entsetzt. Als Dominik Behrend in der 31. Minute Badurs Maßflanke zum 0:1 einköpfte, war Hernes Führung längst überfällig. Drei Hochkaräter hatte allein Andre´ Badur ausgelassen. Mindestens seine dritte Chance hätte er eigentlich nutzen müssen. Wunderschön hatte ihn der erneut überragende Tim Gebauer frei gespielt, doch aus bester Position brachte Badur den Ball einfach nicht an Torwart Schulze Niehues vorbei. Auf der Gegenseite dagegen herrschte totale Flaute. Michael Baum meldete Sowislo ab, Norman Seidel gönnte Erzen keinen Stich, so dass der frühere Herner nach der Pause gleich in der Kabine bleiben durfte. Eher zufällig kamen die Hausherren nach dem Rückstand doch zu zwei Chancen. Doch Wasseys abgefälschter Distanzschuss prallte vor den Außenpfosten (36.), und Kara schaufelte das Leder freistehend über das Gebälk (45.). Ebenso kläglich versiebte Behrend in der 47. Minute. Der SCP-Keeper hatte Badurs Schuss reaktionsschnell abgewehrt, Behrend semmelte den Abpraller aus drei Metern in die Wolken. Danach tat sich lange Zeit vor den Toren wenig. Der SCW kontrollierte das Spiel, stand hinten sicher, fuhr seine Konter aber zu unpräzise. In der Nachspielzeit hätte Sezgin Salli alles klarmachen können, doch er traf den Pfosten. Und im Gegenzug patzte Bautz. Doch so etwas ist auch schon anderen Ollis passiert. SC Preußen Münster - SC Westfalia Herne 1:1 (0:1) Tore: 0:1 (31.) Behrend, 1:1 (90.+2) Scherping. SCP: Schulze Niehues - Ornatelli, Matlik, Ivicevic, Wissing - Kara (74. Dede), Seggewiß, Lauretta (74. Scherping), Massey - Sowislo, Erzen (46. Talarek). SCW: Bautz - Mustroph - Barton (76. Tahiri), Seidel, Baum, Kluy (81. Freyni) - Gebauer, Gidaszewski - Behrend (84. Salli), Badur - Terzic. SR: Carsten Wix (Aachen) Zuschauer: 4239 Zahlende. Trainerstimmen: Frank Schulz (SCW): Vorher habe ich meinen Jungs gesagt, wir fahren mal eben mit dem Linienbus nach Münster und holen da die Punkte ab. Ich kann meiner Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen, wie sie hier aufgetreten ist in diesem Stadion, mit diesem tollen, professionellen Umfeld. Am Anfang hat Münster viel Druck gemacht. Nach zehn Minuten haben wir uns gefunden und eine richtig gute Partie gemacht. Unglücklicher kann man einen Sieg nicht herschenken. Die Mannschaft ist jetzt down. Sie wäre der verdiente Sieger gewesen. Roger Schmidt (SCP): Es war ein glücklicher Punkt für uns, das will ich gar nicht bestreiten. Herne hat hier einen sehr guten Auftritt hingelegt. Wir haben so gespielt, wie man es gegen Herne gerade nicht machen darf. Das 0:1 kam nicht überraschend, es hatte sich schon angedeutet. Auch in der zweiten Hälfte haben wir nicht unsere Linie gefunden. Von Wolfgang Volmer Quelle: WAZ Herne Münster Schalke BVB Bundesliga Oberliga westfalen |
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