17. August 2008

MSV Duisburg II - SCW  1:2 (0:2)

 


















































Fotos: Cib, InfoSchlumpf                                                                          Fenster schließen

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Ein Sieg der Cleverness

André Badur nutzt Duisburger Fehler eiskalt aus und bereitet beide Tore zum Herner 2:1-Erfolg vor. Westfalia trumpft eine Stunde lang sehr souverän auf, muss am Ende aber doch noch zittern.

Ein gutes Pferd springt nicht höher, als es muss: Frei nach dieser Devise entledigte sich der SC Westfalia seiner ersten Auswärtsaufgabe in der NRW-Liga und grüßt nach zwei Spielen mit maximaler Punktausbeute von ganz oben. Allerdings gab der 2:1-Erfolg bei der blutjungen MSV-Reserve die Herner Dominanz auch nicht annähernd wieder.

Eine Stunde lang trumpfte die Schlebach-Elf auf dem Trainingsplatz der Duisburger Profis im Stile einer Spitzenmannschaft auf, hätte leicht und locker mit drei, vier Toren führen können. Doch so souverän die Gäste das Geschehen beherrschten, so liederlich gingen sie vor und nach dem Doppelschlag durch Martin Setzke und Michael Baum mit ihren Chancen um. Ein kurzer Moment kollektiven Tiefschlafs bescherte den Duisburger den Anschlusstreffer und allen Hernern eine viertelstündige Zitterpartie, die sie sich gern erspart hätten. Und wenn Olli Bautz sich bei einem wunderschön in den Winkel gezirkelten Freistoß von Mirko Boland nicht ganz lang gemacht hätte, wären in letzter Sekunde noch zwei wichtige Punkte flöten gegangen. „Das musste nicht sein”, atmete Co-Trainer Frank Plewka erleichtert auf, als es überstanden war.

Viel mehr hatten sein „Chef” und er allerdings nicht zu bekritteln. Denn ihr Team, mit Dominik Behrend für Kadir Mutluer in der sonst unveränderten Anfangsformation, präsentierte sich deutlich stärker als noch gegen Hüls. Simon Terodde, Alleinunterhalter im MSV-Angriff, biss bei Mirko Mustroph und Baum auf Granit, außen machten Sven Barton und Dennis Gidaszewski dicht, und vor der Abwehr engte Tim Gebauer den Wirkungskreis des lauf- und spielstarken Duisburger Regisseurs Mirko Boland geschickt ein.

Gestützt auf diese sattelfeste Defensive, inszenierte vor allem der nie zu bändigende André Badur immer wieder gefährliche Attacken. Die erste Chance hatte Badur selbst, doch Torwart Koczor lenkte einen 25-m-Freistoß des Herner Regisseurs zur Ecke (4.). Zehn Minuten später leistete sich die MSV-Abwehr den ersten richtigen Klops. Bei Bartons Einwurf stand Karachristos völlig falsch, Martin Setzke konnte den Ball direkt nehmen, traf mit seinem Drehschuss aber nur den Pfosten.

Physisch stark, taktisch gut geschult und ballsicher, erwiesen sich die jungen Zebras durchaus als Ernst zu nehmender Gegner. Ihr Problem: Sie streuten immer wieder Fehler ein - und die nutzt ein ausgekochter Typ wie Badur sofort. So wie in der 40. Minute. Badur hatte den Blick für die Situation, schickte mit einem schnell ausgeführten Freistoß Behrend auf die Reise, der legte quer auf Setzke, und schon hieß es 0:1. Zwei Minuten später kochte Badur einen Duisburger im Zweikampf ab und flankte den Ball maßgerecht auf Baums Kopf. Der zweite Streich, dem Hernes Regisseur gleich den dritten folgen lassen wollte. Aber Koczor faustete seinen Schlenzer aus dem Eck.

Nach der Pause hatte Stefan Oerterer gleich zweimal das dritte Tor auf dem Fuß. Davon hätten sich die Zebras gewiss nicht mehr erholt. So blieb der MSV im Spiel, schöpfte nach Teroddes 1:2, als die komplette Herner Abwehr einen Eckball verschlief, sogar noch einmal Hoffnung. Der SCW ließ sich jetzt zu weit hinten reindrängen, wirkte nicht mehr souverän. Aber wie heißt es doch? „Ein gutes Pferd...”

MSV Duisburg II - SC Westfalia Herne 1:2 (0:2)

Tore: 0 :1 (40.) Setzke, 0:2 (42.) Baum, 1:2 (75.) Terodde.

MSV II: Koczor - Odak, Karachristos, Theißen, Löber (68. Gündüz) - Lehmann (46. Pozder), Student, Windges (84. Öztürk), Boland, Grund - Terodde.

SCW: Bautz - Barton, Mustroph, Baum, Gidaszewski - Gebauer, Allali (56. Tahiri) - Behrend (85. Kilian), Badur - Oerterer (78. Kluy), Setzke.

SR: Björn Schulte (Herdecke).

Zuschauer: 300

Quelle: WAZ Herne

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