Fotos: Cib, InfoSchlumpf, Albrecht, finelight.de Fenster schließen Das Copyright für sämtliche Fotos in der Galerie bleibt, wie in den Haftungshinweisen beschrieben, allein bei den Autoren. Die MaximalistenSC Westfalia betreibt großen Aufwand, um auch den dritten Sieg mit einem Tor Unterschied einzufahren. Doppelschlag ebnet den Weg. Dann läuft der Ball wie am Schnürchen. Bis ein einziger Pfiff alles ändert. Drittes Spiel, dritter Dreier: Viel besser hätte der Saisonstart des SC Westfalia nun wirklich nicht laufen können. Nach dem dritten Sieg mit einem Tor Unterschied von maximaler Ausbeute bei minimalem Aufwand zu sprechen, würde den Leistungen der Schlebach-Elf allerdings in keiner Weise gerecht. Gestern schon gar nicht. Gegen die spielstarke Reserve des DSC Arminia musste sich der SCW ganz schön ins Zeug legen, um am Ende einer Hitzeschlacht im Jubel der Fans zu baden. Die rassige Partie am Schloss zerfiel in drei Phasen. In den ersten zehn Minuten fand Herne in der Offensive kaum statt. Die Arminen machten Druck, kombinierten flüssig, störten früh – kaum in Ballbesitz, waren die Gastgeber das Spielgerät schon wieder los. Zum Glück hielt die SCW-Abwehr dicht. Mit dem ersten gescheiten Angriff über den enorm spielfreudigen Dominik Behrend, den Sven Barton mit einem zur Ecke abgefälschten Schuss abschloss (11.), wendete sich das Blatt. Die Herner konnten sich befreien, wurden immer selbstbewusster und ließen die Kugel herrlich über mehrere Stationen laufen. Den Lohn kassierten sie schnell und doppelt. Zunächst war es André Badur, der mit einer feinen Einzelleistung einen schönen, aber fast schon verpufften Angriff zum Führungstor nutzte. 90 Sekunden später eine ähnliche Situation. Badur erlief eine von Stefan Oerterer verpasste Barton-Flanke, zirkelte, fast mit dem Rücken zum Tor, das Leder maßgerecht auf Oerterers Stirn, und es hieß 2:0. Wieder ein Doppelschlag - die Fans fühlten sich an Duisburg erinnert. Das sollte sich bis zum Abpfiff nicht ändern. Denn wie am letzten Sonntag verpassten es die Herner, den taumelnden Gegner in den Abgrund zu stoßen. Noch vor der Pause hatten Tim Gebauer (36.) und Martin Setzke (38.) das 3:0 auf dem Fuß. Kurz nach Wiederbeginn verpasste Badur per Kopf den krönenden Abschluss eines Traumkonters, als er Oerterers Flanke freistehend aus fünf Metern nicht unterbringen konnte. Westfalia hatte alles im Griff, spielte klasse Fußball, und auf den Rängen wurde bereits gefeiert. Bis zur 58. Minute. Da beendete ein für viele Tribünengäste überraschender Pfiff die zweite Phase der Partie. Nach einer Ecke konnte der SCW den Ball nicht klären, Nils Fischer kam zum Schuss – und traf den wenige Meter entfernt stehenden Mirko Mustroph am Oberarm. Schiedsrichter Hoff wertete es als Handspiel, zeigte folgerichtig „Rot” und auf den Punkt. Matthew Dallmann verwandelte eiskalt, und der SCW musste mit zehn Mann eine gute halbe Stunde lang das 2:1 verteidigen. Und das tat die Schlebach-Elf mit Leidenschaft, Herzblut und großer Laufbereitschaft. So setzten sich die Arminen zwar in der Herner Hälfte fest, konnten aber erst in der Schlussminute und in der Nachspielzeit durch den starken Thilo Versick zwei Chancen herausarbeiten. Die erste vereitelte Olli Bautz, bei der zweiten zielte der Armine zwei Meter am kurzen Eck vorbei. Wenige Sekunden später war es geschafft. Der Schlusspfiff kam wie eine Erlösung. Und auch Mirko Mustroph atmete auf. „Für heute habe ich die Rote Karte vergessen”, feierte der Kapitän mit seinen Jungs. SC Westfalia Herne - Arminia Bielefeld II 2:1 (2:0) Tore: 1:0 (22.) Badur, 2:0 (23.) Oerterer, 2:1 (58.) Dallmann (Handelfmeter). SCW: Bautz - Barton, Mustroph, Baum, Gidaszewski - Allali, Gebauer - Behrend (75. Kluy), Badur (80. Kilian) - Setzke, Oerterer (59. Eisen). Bielefeld II: Riemer - Rump, Fischer, Rodenberg, Hohnstedt (68. Bluhm) - Dallmann (82. Fidan), Kording - Aigner, Janjic, Versick - Haeder (55. Matys). SR: Alexander Hoff (Krefeld). Zuschauer: 800. Rote Karte: Mustroph (SCW/58., wegen Handspiels). Trainerstimmen: Armin Perrey (Arminia): In den ersten 20 Minuten haben wir alles richtig gemacht, nur keine Tore geschossen. Dann haben wir fünf Minuten geschlafen und zwei Tore kassiert. Die Rote Karte spielte uns dann in die Karten, aber wir haben es nicht geschafft, das Spiel zu drehen. Insgesamt hätten wir einen Punkt verdient gehabt. Christoph Schlebach (SCW): In der ersten Viertelstunde war Bielefeld klar überlegen, danach lief es wesentlich besser. Ich denke, dass es aufgrund der Torchancen und der Tatsache, dass wir eine halbe Stunde in Unterzahl gespielt haben, ein klar verdienter Sieg war. Ein ganz starkes Spiel hat bis zu seiner Auswechslung Dominik Behrend gemacht. Randnotitz: Kein Risiko mit René Lewejohann Die Unterlagen hat SCW-Boss Jürgen Stieneke am Freitag zwar persönlich nach Duisburg gebracht, trotzdem wollte der SCW mit dem Einsatz von René Lewejohann noch kein Risiko eingehen. „Wir wollten erst ganz sicher sein, dass sein Name auch auf der Meldeliste steht", erläuterte Trainer Schlebach. Am Mittwoch in Siegen aber wird der Ex-Schalker erstmals dabei sein. Fehlen werden dann nur zwei „Rotsünder". Sebastian Freyni ist gegen Hamm wieder dabei, Mirko Mustroph vermutlich in Wattenscheid. Von Wolfgang Volmer Quelle: WAZ Herne Münster Schalke BVB Bundesliga Oberliga westfalen |
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