21. September 2008

SCW - SV Schermbeck  4:2 (3:0)

 























































Fotos: Cib, InfoSchlumpf, J. Albrecht

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Barton knipst das Licht an

22.09.08

Mit einer tollen Einzelleistung reißt der Außenbahnrenner seine Westfalia aus der Lethargie und zum verdienten 4:2-Sieg mit. Behrend schnürt Doppelpack. Meckern hilft nicht: Badur sieht Ampelkarte.

Der SC Westfalia kann sicher viel besser Fußball spielen, als er das gestern über weite Strecken tat. Eine ganz starke halbe Stunde aber reichte, um die keck aufspielenden Gäste in Schach zu halten und den fünften Dreier einzusacken.

Vom Mittelaltermarkt am Schloss waren Ritter und Knappen mit ihrem Gesinde herübergestiefelt, um mit den Teams aufzulaufen und das Herner Tor mit Körpern und Schwertern zu verbarrikadieren. Dass sich der bunte Trupp direkt vor dem Anstoß wieder von dannen trollte, schien den Westfalia-Spielern entgangen zu sein. Sie begannen so sorglos, als wäre die eigene Burg eine uneinnehmbare Festung, trabten 15 Minuten lang nur hinterher und kamen kaum einmal in Ballbesitz. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass Schermbeck so offensiv agiert”, fühlte sich auch Hernes Trainer Christoph Schlebach von seinem Kumpel Martin Stroetzel überrumpelt.

Nur mit viel Massel und weil zwei Gästetreffern berechtigte Pfiffe des Schiedsrichters vorausgingen, richtete die erste Schermbecker Angriffswelle keinen Schaden an. Und gleich mit der ersten gelungenen Herner Aktion begann ein völlig anderes Spiel. Sven Barton startete an der Mittellinie zu einem furiosen Solo, spielte zuerst mit Martin Setzke, dann mit René Lewejohann Doppelpass, um die Kugel dann ins lange Eck zu donnern.

Damit hatte Westfalias Urgestein das Licht im Herner Spiel angeknippst. „Bis dahin war das gar nichts. Ich habe mich fast geschämt, was wir gespielt haben”, schüttelte Barton beim Gang in die Pause noch den Kopf. Da war die Partie bereits so gut wie entschieden, weil Dominik Behrend den Ball über die Linie gestochert und Kapitän Arben Tahiri einen Foulelfmeter verwandelt hatte. Es waren die Früchte der stärksten, auch effizientesten Herner Phase. „Da hat man gesehen, was die Westfalia spielen kann, wenn man sie lässt”, gab auch Martin Stroetzel ehrlich zu.

Nach Wiederbeginn schien der SCW zunächst seine Klasse weiter demonstrieren zu wollen. Nur knapp strich André Badurs Direktabnahme über die Latte (50.), wenig später hätte Lewejohann seine zahlreichen Stockfehler vergessen machen können. Doch aus vier Metern köpfte er so drucklos aufs Tor, dass Schröder abwehren konnte.

Statt 4:0 hieß es urplötzlich 3:1, als ein Querschläger dem gerade eingewechselten Pfände vor die Füße fiel. Nun witterte Schermbeck Morgenluft, setzte alles auf eine Karte. Was dem SCW Räume zum Kontern eröffnete. Doch die Effizienz der ersten Hälfte war dahin. Mehrere Chancen blieben ungenutzt, ehe Behrend einen Badur-Freistoß dann doch zum 4:1 einköpfte.

Dass trotzdem noch Hektik aufkam, lag nicht nur, aber auch am jungen Schiedsrichter. Der zeigte Badur wegen fortgesetzten Meckerns erst Gelb, dann Gelb-Rot. Herne war nur noch zu Zehnt. Immerhin konnte sich so auch Olli Bautz noch mehrfach auszeichnen. Nur bei Schmidts Knaller in den Knick war er machtlos. Aber da war es für eine Schermbecker Aufholjagd eh' schon zu spät.


SC Westfalia Herne - SV Schermbeck 4:1

Tore: 1:0 (19.) Barton, 2:0 (23.) Behrend, 3:0 (41.) Tahiri (Foulelfmeter, Schmidt an Lewejohann), 3:1 (56.) Pfände, 4:1 (77.) Behrend, 4:2 (85.) Schmidt.

SCW: Bautz - Barton, Mustroph, Baum, Kluy - Gebauer - Behrend (80. Allali), Tahiri (87. Eisen), Badur - Lewejohann (63. Oerterer), Setzke.

SVS: Schröder - Basol (77. Jansen), Hahn, Schmidt, Patrick Herzog (55. Pfände) - Bertram, Djuliman, Nawatzki, Woberschal - Bendig (63. Mogultay), Milaszewski.

SR: Stefan Tendyck (Gelsenkirchen).

Zuschauer: 800.

Gelb/Rot: Badur (SCW/78.).

Trainerstimmen:

Christoph Schlebach (SCW): In der ersten Viertelstunde waren wir gar nicht im Spiel. Das Führungstor gab der Mannschaft Sicherheit, dann hat sie ihre Qualität gezeigt und in Tore umgemünzt. Es war ein hochverdienter Sieg.

Martin Stroetzel (SVS): Wir haben 25 Minuten geschlafen, der Rest war zufriedenstellend. In der zweiten Halbzeit waren wir besser.


Von Wolfgang Volmer


Quelle: WAZ Herne

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