5. Oktober 2008
SCW - Delbrücker SC 2:0
(1:0)
Fotos: Cib, InfoSchlumpf, J. Albrecht Das Copyright für sämtliche Fotos in der Galerie bleibt, wie in den Haftungshinweisen beschrieben, allein bei den Autoren. Einfach spitze48 Minuten lang spielt der SC Westfalia Herne in Unterzahl und setzt sich trotzdem mit 2:0 gegen den Delbrücker SC durch. Schlebach-Elf damit auf Platz eins. „Spitzenreiter - hej, hej”, skandierten die Fans. Da waren zwar noch ein paar Minuten zu spielen, aber André Lindenblatt hatte gerade eine gute Chance der Gäste aus Delbrück vereitelt, und auch die klare Führung der Düsseldorfer Fortuna gegen den bisherigen Tabellenführer Wattenscheid hatte im Stadion am Schloss Strünkede bereits die Runde gemacht. Der SC Westfalia ist wieder an der Spitze. Und das, weil die Blau-Weißen einmal mehr gnadenlos ihre Heimstärke demonstriert hatten. Mit Spielwitz, vor allem durch einen überragenden André Badur, mit Kampfkraft und mit taktischer Disziplin. Denn immerhin mussten die Herner 48 Minuten lang mit einem Mann weniger auskommen. Zwei Änderungen im Vergleich zum siegreichen Spiel in Velbert hatte Christoph Schleebach im Vorfeld angekündigt. Die dicke Überraschung war, dass André Lindenblatt für Oliver Bautz zwischen die Pfosten rückte. Und schon mal vorweggenommen: Der Schlussmann spielte tadellos, hielt am Ende mit tollen Paraden sogar die Null fest. Dass René Lewejohann diesmal nicht in der Startelf stand, war dagegen vorhersehbar. Jungstürmer Marko Onucka durfte erstmals von Beginn an ran, wurde nach dem Platzverweis für Michael Baum dann aber Opfer der taktischen Umstellung. Den besseren Start erwischte der Delbrücker SC, der nach sieben Minute auch die erste dicke Chance verzeichnete. Allali war an einer Flanke von Berhorst vorbei gesegelt, aber Lindenblatt verkürzte geschickt den Winkel gegen den einschussbereiten Wiebusch. Der SCW antwortete mit ersten guten Angriffen, doch Badur (13.) und Onucka (17.) verfehlten noch das Ziel. Dann aber hatte André Badur seinen ersten Galaauftritt. Im Mittelfeld eroberte sich der kleine Künstler den Ball, hebelte im Doppelpass mit Martin Setzke die gegnerische Abwehr aus und versenkte das Leder mit einem satten Schuss zum 1:0. Nur zwei Minuten später zog Westfalias Nummer zehn erneut ab, diesmal aber knapp neben den Pfosten. Der SCW hatte die Partie längst im Griff, als sich Michael Baum auf eine Diskussion mit dem Linienrichter einließ und vom Hauptreferee Siewer anschließend wegen angeblicher Beleidigung die Rote Karte sah. Mit Wiederbeginn stellte Schleebach gezwungenermaßen um. Onucka musste runter, Nils Eisen rückte in die Abwehrkette, Martin Setzke blieb in vorderster Front alleine übrig. Und der Stürmer wurde schließlich zum Matchwinner. Ausgangspunkt des 2:0 war aber erneut André Badur, der sich diesmal weit in der eigenen Hälfte das Leder schnappte, nach seinem Sololauf Dominik Behrend einsetzte, und dessen Querpass verwertete Setzke abgebrüht zur Entscheidung. Zweimal musste Lindenblatt danach noch eingreifen, und zweimal konnte er gegen Erdogmus (86.) und Fulland (90.) seine Klasse beweisen. Die Null stand, der fünfte Heimsieg war perfekt, und der SC Westfalia Herne war an der Tabellenspitze. SC Westfalia Herne - Delbrücker SC 2:0 Tore: 1:0 (22.) Badur, 2:0 (76.) Setzke. SCW: Lindenblatt - Barton, Mustroph, Baum, Gidaszewski - Allali, Gebauer - Badur (87. Mutluer), Behrend (81. Tahiri) - Setzke, Onucka (46. Eisen). DSC: Kirchhoff - Fulland, Schröder, Hansjürgen, Riemer - Berhorst, Plucinski, Rennkamp (46. Erdogmus), Krause - Wiebusch (46. Kuhn), Welker. SR: Thorben Siewer (Drolshagen). Rote Karte: Baum (42., Beleidigung). Zuschauer: 400. Randnotitz: Unterzahlspiel muss aufhören Ob Michael Baum nun die Schiedsrichter beleidigt hat oder nicht – die Rote Karte und die damit verbundene Sperre ist nicht mehr rückgängig zu machen. Christoph Schlebach war natürlich alles andere als amüsiert über den Platzverweis, denn im Spitzenspiel beim Bonner SC in 14 Tagen wird sein Innenverteidiger auf jeden Fall fehlen. „Darüber werden wir reden. Aber zunächst werde ich das mit Bäumchen selbst klären", kündigte der SCW-Trainer an. Und betonte: „Das war das vierte Mal, dass wir ein Spiel in Unterzahl beendet haben. Das muss aufhören." Kommentar: Rotation aus dem Bauch In der Fußballszene wurde am Wochenende mal wieder heftig rund um eine Sache diskutiert – die Rotation. Wenn die nicht funktioniert und zu so genannten Krisen führt, wie in München oder Mönchengladbach, können sich die Trainer warm anziehen. Rotiert wird aber nicht nur in der Bundesliga. Auch Christoph Schlebach überraschte am Sonntag mit einem Wechsel, der bei vielen Fans für Verblüffung sorgte. Nach acht Spielen, in denen er nun wirklich nicht enttäuscht hatte, musste Oli Bautz im Tor der Westfalia überraschend den Platz für André Lindenblatt räumen. „Eine Entscheidung einfach aus dem Bauch heraus", erklärte Christoph Schlebach. Ob Rotation auch im Erfolgsfall, so sie denn nicht aus Verletzungsgründen entsteht, Sinn macht – darüber werden die Experten auch weiterhin diskutieren. Klar ist aber eines: Recht wird immer der Trainer behalten, der auch die Punkte einheimst. von Uwe Ross Quelle: WAZ Herne Schalke BVB Bundesliga NRW-Liga |
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