PRESSE

Am Ende wird’s deutlich
 

15.09.11

Fast eine Halbzeit lang durfte der SC Westfalia gestern Abend von einer Pokalsensation träumen, doch am Ende setzte es noch eine deutliche Niederlage gegen den Regionalligaspitzenreiter aus Lotte. Schade nur, dass die Herner sich nach dem 1:3 vollkommen hängen ließen und so den guten Eindruck aus den ersten 45 Minuten verwischten.

SCW-Coach Uli Reimann hatte auf die ansonsten übliche Pokal-Rotation diesmal verzichtet. „Man nimmt doch keine siegreiche Mannschaft auseinander“, schmunzelte er vor der Partie und schickte die Elf ins Rennen, die am Sonntag gegen Homberg den ersten Meisterschaftserfolg in der NRW-Liga gefeiert hatte. Maik Walpurgis dagegen hatte seine Mannschaft gegenüber dem letzten Regionalligaspiel gleich auf acht Positionen verändert.

Und der „zweite Anzug“ der Lotter saß zunächst nicht recht, denn die Anfangsphase gehörten klar den Strünkedern, die sofort forsch angriffen. Dennis Pachutzki hatte in der 2. und 4. Minute gleich zwei gute Möglichkeiten, doch sein erster Versuch wurde von Wingerter vor der Linie abgeblockt, der zweite Schuss landete am Pfosten.

Lotte wurde danach langsam wach und prüfte durch Maddente (6.) das Aluminium auf der anderen Seite. Nach einer Viertelstunde zielte Lorenz dann genauer, und gegen den strammen Volleyschuss war Pascal Kurz, Hernes Bester, machtlos.

Mächtig turbulent wurde es in der 19. Minute. Nach einem Freistoß von Heiner Backhaus übersah der Unparteiische Thorsten Derbort ein klares Handspiel eines Lotter Abwehrspielers, der zudem noch mit seinem Torhüter zusammenrasselte. Stephan Tantow stürzte dabei unglücklich, musste lange im Strafraum behandelt und schließlich mit Verdacht auf Arm- oder Ellenbogenbruch ins Krankenhaus transportiert werden.

Erst nach einer zehnminütigen Unterbrechung konnte die Partie fortgesetzt werden. Es lief bereits die Nachspielzeit, als Philipp Kraska den Ball nach einer Backhaus-Ecke wuchtig in den Winkel köpfte – 1:1.


Philipp Kraska (rechts) köpft den Ball zum 1:1 ins Lotter Gehäuse.                                                                    Foto: Cib

Aber die Freude der Herner währte nicht lange. Kurz bevor Schiedsrichter Derbort die erste Halbzeit nach insgesamt 55 Minuten beendete, präsentierte sich die Westfalia-Abwehr nach einer Ecke völlig unorientiert. Den ersten Schuss von Lorenz konnte Kurz mit einem tollen Reflex noch entschärfen, aber der Ball landete beim völlig frei stehenden Rüter, der sich mit dem erneuten Führungstreffer für die Gäste bedankte.

Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt: Zunächst konnte Pascal Kurz mit Glanzparaden gegen Maddente und Hess zwei weitere Einschläge verhindern (53./54.), doch dann brachen in der Hintermannschaft der Westfalia alle Dämme. Innerhalb von sieben Minuten langten Neubauer und zweimal Hess zu – jedesmal per Kopf. Am Ende konnten die Herner froh sein, dass sich der Regionalligist danach mit „nur“ noch zwei weiteren Treffern begnügte.


SCW-Keeper Pascal Kurz verhinderte mit mehreren Glanzparaden weitere Gegentreffer.                                Foto: Cib

Uli Reimanns Resümee bezog sich zunächst nur auf die erste Halbzeit: „Das war insgesamt okay. Ärgerlich war aber, dass wir den klaren Handelfmeter nicht gekriegt haben und uns vor dem zweiten Gegentreffer nach einem Eckstoß gleich drei individuelle Fehler geleistet haben.“ Dann sagte der SCW-Trainer aber auch noch etwas zu den zweiten 45 Minuten: „So, wie wir uns da präsentiert haben, darf man sich nicht gehen lassen.“


SC Westfalia 04 Herne - Sportfreunde Lotte 1:7 (1:2)

Tore: 0:1 (15.) Lorenz, 1:1 (45.+1) Kraska, 1:2 (45.+8) Rüter, 1:3 (59.) Neubauer, 1:4 (62.) Hess, 1:5 (66.) Hess, 1:6 (72.) Baal, 1:7 (83.) Engelmann.

SCW: Kurz - Biehs (36. Bachmann), Kraska, Tottmann, Hansmann (63. Jacobs) - Sazoglu, Backhaus - Gehrmann (85. Senge), Pachutzki - Westphal, Stevanovic.

Lotte: Tantow (29. Görrissen) - Wingerter, Czyszczon (63. Gorschlüter), Wiwerink, Baal - Neubauer, Gataric - Maddente, Rüter, Lorenz (63. Engelmann) - Hess.

von Uwe Ross

Quelle: WAZ Herne

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